Chancen Persönlichkeitsentwicklung

Wetten, dass du nicht teamfähig bist?

teamfähig
geschrieben von Steffi

Von Feuerwehrmännern, Serienmördern und Einzelkämpfern


teamfähig
Was haben ein Feuerwehrmann, eine Friseurin und eine Teamassistentin gemeinsam?

Sie sind alle teamfähig.

Stand zumindest in der Stellenausschreibung. Und in ihrer Bewerbung. Dann muss es ja stimmen. Oder?
Beim Feuerwehrmann versteht man auf Anhieb, was gemeint ist. Er muss mit seinem Team Brände löschen, dafür muss man sich im Team koordinieren und das eigene Leben hängt davon ab, dass man sich aufeinander verlassen kann.

Die Friseurin arbeitet in einem Laden, in dem noch weitere Friseurinnen rumlaufen. Aber im Endeffekt kann sie ihre Arbeit auch wunderbar erledigen ohne sich mit den Kollegen abzusprechen oder gemeinsame Ziele zu vereinbaren. Klar ist es schön, wenn man zwischen zwei Kunden mal eben zusammen ein Käffchen trinkt. Oder wenn man mal um Rat fragen kann. Aber solange sie nett zu ihren Kollegen ist braucht sie nicht unbedingt teamfähig zu sein.
Oder bedeutet „nett sein“ teamfähig zu sein?

Die Teamassistentin trägt die Teamfähigkeit ja schon im Titel. Und Titel lügen nicht – hab ich gehört. Sie bespricht sich mit den Kollegen, wer welche Aufgabe übernimmt, diskutiert Entscheidungen, ist Schnittstelle zwischen Chef und Mitarbeitern, und freut sich, dass in einem Projekt auch mal was schieflaufen kann, ohne dass es nur ihre Schuld ist.

Drei Jobs, drei unterschiedliche Teamfähigkeiten.

Und was genau bedeutet es jetzt „teamfähig“ zu sein?

Laut Duden: „in der Lage in einem Team zu arbeiten.“ Ah ja.

Und was genau ist damit gemeint?

♦ Seine Meinung in einer Gruppe zurückzuhalten um dem Teamgedanken nicht im Weg zu stehen?

♦ Jede Entscheidung mit den Teammitgliedern diskutieren?

♦ Sich länger in einer Gruppe von Menschen aufhalten zu können ohne jemanden umzubringen?

♦ Die Verantwortung für Fehler nicht alleine tragen zu müssen?

♦ Aufgaben nicht eigenständig erledigen können?

♦ Dass man die Krise bekommt, wenn man fünf Minuten ohne Kontakt zu Menschen verbringen muss?
Schmunzelnd denkst du dir jetzt: „na, wahrscheinlich ist das nicht gemeint.“

Wahrscheinlich ist das wirklich nicht der ursprüngliche Hintergrund.
Aber genauso wahrscheinlich haben sehr, sehr viele Menschen genau das im Kopf wenn sie an die Arbeit im Team denken.

Viele Menschen denken sie seien teamfähig, weil im Team ein Teil ihrer Schwächen nicht so sehr ins Gewicht fällt. Was im Rückschluss dazu führt, dass durch die Teamarbeit ihre wahrgenommene Leistung besser wird.

Aber nur weil weniger ihrer Fehler offensichtlich werden.

Wenn du an wirklich guter Leistung interessiert bist dann vertusche nicht deine Fehler sondern lebe deine Stärken aus.

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Teamfähig oder Soziopath?
Das ist nicht die Frage!

Es gibt verschiedene Aspekte von Teams, unter anderem den Marketingaspekt. Das bedeutet, es geht oft nur darum den eigenen Marktwert zu steigern, indem man behauptet man sei teamfähig. Neben allem, was wir darzustellen und nach außen zu verkaufen versuchen, sind wir am Ende oft nur Einzelkämpfer, die sich mit ihrem „Team“ arrangieren.

Dadurch, dass dieses unreflektierte „teamfähig“ in nahezu jeder Stellenanzeige auftaucht, wird es heutzutage als DIE soziale Kompetenz schlechthin dargestellt.

Psychopath

c_by_rupert illek_pixelio.de

Was ist denn aber wenn du gar nicht im Team arbeiten willst?

Wenn du disziplinierter, kreativer und effektiver bist, wenn du alleine arbeitest?

Bist du dann ein Soziopath? Ein verkappter Serienmörder?

Nein, dann bist du jemand, der weiß, wie er mit seiner Arbeitskraft den größten Nutzen erzielt. Und wahrscheinlich in deiner persönlichen Entwicklung drei Schritte weiter als der unhinterfragte „Teamfähige“ aus der letzten Bewerbung.

Teamfähig ist nicht gleich teamfähig

Genau wie Menschen weder gut noch böse sind, sind sie auch nicht teamfähig.
Oder willst du, dass ich behaupte du seist böse, weil du heute Morgen beim Eiskratzen den Motor hast laufen lassen?

Die Teamfähigkeit hat so viele Graustufen, dass es sich lohnt, sich damit auseinander zu setzen, was die eigene Teamfähigkeit ausmacht. Oder ob man nicht doch als Einzelkämpfer besser dran ist. Das ist ein guter Schritt auf dem Weg zur Selbsterkenntnis.

Deine Stärken zu finden beginnt damit, dich selbst differenzierter zu betrachten und daraus den Schluss zu ziehen:

Welche Umgebung und welche Aufgaben brauchst du um dich wohlfühlen zu können?
Wobei blühst du auf und bist somit produktiver und glücklicher? Für dich und für dein Team (wenn du denn ein Team willst).

Schauen wir also was du empfindest wenn du im Team arbeitest (oder im Team Sport machst, oder im Team lernst, oder…) Fühl in dich hinein und sei ehrlich zu dir selbst. Was begeistert dich, was magst du an der Aufgabenverteilung, welche Rolle nimmst du gerne ein?

Und dann können wir schauen, welchen Mehrwert du damit für ein Team liefern kannst.

Solche Überlegungen findest du spannend? Dann sich auch meinen eBook-Kurs! Da gehen wir mit noch mehr Fragen ganz schön in die Tiefe! Zeit dich selbst besser kennen zu lernen? Dann hier lang!

Was ist deine Motivation in einem Team zu arbeiten?

1. Du magst den ständigen Austausch mit Kollegen und diskutierst gerne verschiedene Herangehensweisen an Aufgaben?

2. Du brauchst den Zusammenhalt in der Gruppe, das Wir-Gefühl und die gemeinsamen Erfolge? Nur so kannst du dich mit deiner Arbeit wirklich identifizieren?

3. Du siehst dich gerne in der Rolle des Initiators? Magst es Pläne auszuarbeiten, um die Ecke zu denken um neue Perspektiven auf eine Aufgabenstellung zu bekommen? Vielleicht auch mehr als die Ziele selbst umzusetzen?

4. Du magst es, Ziele, die im Team erarbeitet wurden umzusetzen? Musst nicht zu allem eine Meinung haben aber freust dich, wenn du mit anpacken kannst?

5. Du brauchst den kollegialen Wettbewerb? Es treibt dich zu Höchstleistungen an, wenn du dich mit anderen messen kannst?

6. Du magst es den Überblick über Teamziele zu behalten, hast einen Blick dafür, wer für welche Aufgaben besonders geeignet ist und unterstützt gerne jeden?

7. Du kannst dich nicht konzentrieren wenn ständig Menschen um dich sind?

8. Du musst die alleinige Verantwortung für dein Schaffen tragen? Sowohl für die Erfolge als auch die Misserfolge?

9. Du begeisterst dich so sehr für deine eigenen Ideen, dass du sie ungern nochmal mit jemandem absprichst?

10. Du magst es nicht, wenn andere Menschen Aufgaben aus deinem Bereich übernehmen, weil du dann den Überblick verlierst und nicht weißt wie gut sie erledigt werden?

11. Du fühlst dich produktiver, wenn du Projekte von Anfang bis Ende alleine durchziehst? Du fühlst dich ohne das Anhängsel „Team“ generell produktiver?

12. Du erkennst dich in Punkt 7-11 wieder, freust dich aber trotzdem auf ein gemeinsames Mittagessen oder Feierabendbier mit den Kollegen?
Die letzten sechs Punkte sprechen dafür, dass du eher ein Einzelkämpfer bist.

Na und?

Oder lieber: „Hey, super!“ 🙂

Sei dir dessen bewusst, steh dazu und nutze die Chancen, die sich dir mit dieser Erkenntnis bieten.

Einzelkämpfer zu sein bedeutet nicht, dass du ab heute sämtliche sozialen Kontakte abbrichst und dich auf der Arbeit in deinem Büro einschließt (wobei das gelegentlich durchaus eine Option ist). Siehe Punkt 12.

Es bedeutet, dass du für dich eine Aufgabe finden musst, in der du den Freiraum hast, deine Einzelkämpferfähigkeiten auszuleben.

Wenn du dich eher in den ersten sechs Punkten erkennst, bedeutet das nicht, dass du teamfähig bist, da wir ja gar nicht genau wissen, was das bedeuten soll. In den Fragen erkennst du aber deine Motivation, deine Fähigkeiten, die dich für ein Team besonders wertvoll machen und dich dort auch aufblühen lassen.

Vielleicht ist ein Punkt davon besonders schwerwiegend, vielleicht treffen mehrere zu. Jetzt liegt es an dir herauszufinden, wie du deine Motivation (oder den Mix aus Motivationen) sinnvoll in deiner Arbeit ausleben kannst.

Es kann übrigens auch sein, dass du dich sowohl in den Punkten „Einzelkämpfer“ als auch „Teamplayer“ wiederfindest. Auch hier liegt es an dir, für dich auszuloten, wo die Unterstützung durchs Team endet und wo du alleine produktiver bist. Oder glücklicher. Oder kreativer.

Fazit:

Wenn du dich nicht unbedacht mit Adjektiven brüstest sondern reflektiert überlegst, was die Motivation hinter deinem Handeln und deiner Leistung ist, kommst du deinen Stärken und Schwächen schneller auf die Schliche. Auch deiner ganz persönlichen „Teamfähigkeit“.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Grübeln!

PS: Eine Studie der Gallup Organization mit 1,7 Mio Mitarbeitern in 101 großen Unternehmen in 63 Ländern hat ergeben, dass gerade einmal 20% glauben, dass sie eine Aufgabe haben, die genau ihren Fähigkeiten entspricht.

Ich hoffe, dass das Wort „teamfähig“ aus allen Stellenanzeigen und Bewerbungen verschwindet.

Team

c by luise, pixelio

Weil es bedeuten würde, dass sich sowohl Arbeitgeber als auch Bewerber ernsthaft Gedanken darüber machen, welche Fähigkeiten eine Stelle wirklich benötigt.

Und somit alle glücklicher und produktiver wären 🙂

Bleib achtsam und nutze deine Chancen!
Deine Steffi

Wie stehst du zur Teamfähigkeit?
Hinterlasse mir dazu gern einen Kommentar!

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Wer steht hinter Welt der Chancen?

Steffi

Hi, ich bin Steffi, 33, Zukunftsoptimist und sehe, dass sich unsere Welt verändert.
Mit offenen Augen und offenem Geist pick ich mir das Beste für mich raus.
Damit du das auch kannst, schreib ich hier über:
Lebensqualität, Persönlichkeit, Individualisierung, neue Lebensmodelle, neue Werte, Digitalisierung, Arbeit 4.0, …
Da ich seit über acht Jahren als Coach im Bereich Persönlichkeitsentwicklung und Karriere arbeite, habe ich außerdem das ein oder andere Tool parat, um dir den Weg etwas leichter zu machen.

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2 Kommentare

  • Hi Steffi, endlich mal jemand, der das Wort “Teamfähigkeit” oder “Teambuilding” u.ä. genauso beurteilt wie ich in unserer wunderbaren Welt der “Plattitüden” und “Wattebäuschchen-Management-Methoden”. Meine Meinung dazu aus 20 Jahren “Karriere”? Wenn Du gerne schmunzelst über das Thema, schau doch gerne mal vorbei unter: http://nurmut.ch/blog/wieso-foerdert-eine-wurstpelle-das-teambuilding/
    Schöner Blog, Deiner, übrigens! Weiterhin viel Erfolg, Spass und nurMut(.ch) in Deiner weltderchancen wünscht Dir Deine “Kollegin im Geiste” Petra 🙂

    • Hey Petra,

      dankeschön und freut mich, dass du diese Teamfähigkeit auch gern mal kritisch betrachtest!

      Dir auch viel Spaß und Erfolg mit deinem Blog! Schönes Thema 😉

      Lg
      Steffi