Chancen Persönlichkeitsentwicklung

6 Wege wie du am cleversten mit deinen Schwächen umgehst

Löwenzahn - mit Schwächen richtig umgehen
geschrieben von Steffi

Von Nonnen, Mathe und Extremen

„Soooo ööööde! Mathe ist so doof und langweilig und außerdem kann ichs nicht.“ Dachte sich ein kleines Mädchen.

Wahrscheinlich gabs eine Handvoll Schüler auf der Welt, die das in den letzten 100 Jahren auch schon gedacht haben.

Schwächen

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Heute ist das kleine Mädchen eine Nonne, die in der Klosterschule mit einer solchen Begeisterung Mathematik unterrichtet, dass in ihrer Klasse niemand denkt: „Soooo ööööde!“

Was war passiert?

Das kleine Mädchen hatte keine Grundbegabung für Mathe und einen Lehrer, der es nicht geschafft hat, ihr Mathe so näher zu bringen, dass es für sie verständlich war.

Als sie später beschlossen hatte als Nonne zu unterrichten und sich aus eigenem Antrieb auch mit Mathe zu beschäftigen, fand sie ihren eigenen Weg hinter die Zahlenlogik. Und sie fand es ganz wunderbar immer mehr Aufgaben verstehen und lösen zu können.

Diese kleine Geschichte hat mir eine Teilnehmerin in einem Seminar erzählt.

Ich hatte gerade erklärt, dass ich es für sinnvoller halte, wenn man sich im Leben auf seine Talente und Stärken konzentriert. Also auf die Dinge, die einem leicht fallen, die einem Spaß machen, die man einfach besser kann als andere ohne groß geübt zu haben, Dinge, die einen begeistern, mit denen man sich stundenlang beschäftigen kann.
Also habe ich mich nochmal intensiver mit dem Thema Stärken- und Schwächenmanagement auseinandergesetzt und recherchiert, was die gängige Meinung zu diesem Thema ist.

Die gängige Meinung gibt es wie so oft nicht.

Erst hieß es, man soll an seinen Schwächen arbeiten.
Ok. Und wann versuche ich aus der Mittelmäßigkeit rauszukommen? Wenn ich an meinen Schwächen arbeite, werde ich gut und brauche ewig viel Zeit und Mühe um sehr gut zu werden. Wenn ich mich auf meine Stärken konzentriere, bin ich schon sehr gut und kann mit etwas Mühe hervorragend werden. Aber vielleicht reicht mir „sehr gut“ ja aus.

Dann hieß es, man soll seine Stärken stärken.
Find ich super. Und wenn mich meine Schwächen davon abhalten? Ich bin nun mal faul und unmotiviert. Oder wenn ich gar nicht weiß, wo meine Stärken überall liegen, weil ich nie etwas Neues probiere, weil ich mich ja auf meine vorhandenen Stärken konzentriere?

Jetzt heißt es, man soll beides tun.
Alles klar, ich hab ja auch sonst nichts zu tun.

Wie meistens im Leben liegt auch hier der goldene Weg irgendwo zwischen den Extremen.

Das entweder-oder-Denken schränkt dich in deinen Möglichkeiten ein. Wenn du deine Entscheidungen nur darauf auslegst, fällt ein großes Repertoire an neuen Wegen weg. Auf der Suche nach deinen Stärken und Schwächen ist es dasselbe.

Ebenso, was den Umgang damit angeht.

„Entweder ich bin kommunikativ oder ruhig.“
Du kannst auch beides leben. Ich kann mich sehr gut ausdrücken, liebe es zu schreiben und blühe auf, wenn ich auf einer Bühne stehe und zu vielen Menschen sprechen darf. Dafür bin ich in klassischen Smalltalk-Situationen schnell überfordert. Oder wenn ich zu einer Gruppe von Menschen stoße, die ich nicht kenne, empfinde ich nicht den Drang viel zu reden und beobachte lieber und höre zu.

„Entweder ich wähle einen sicheren Job oder wage mich in die riskante Selbstständigkeit.“ Abgesehen davon, dass es heute keine sicheren Jobs mehr gibt, kannst du dich auch für einen „sicheren“ Halbtagsjob entscheiden und nebenher dein eigenes Business aufbauen.

„Entweder ich bin ehrgeizig oder faul.“
Warum nicht beides? Jeweils zur rechten Zeit? Wenn ich mich für etwas begeistere dann häng ich mich richtig rein. Ich kann aber auch faul sein, Dinge vor mir herschieben, mich lieber dem la dolce vita hingeben. Das fungiert für mich auch als Filter: wenn ich zu lange Phasen habe, in denen ich faul bin, oder wenn ich mit einer Aufgabe oder einem gesteckten Ziel nicht vorankomme, merke ich selbst, dass irgendetwas gerade nicht richtig läuft. Vielleicht konzentriere ich mich auf den falschen Aspekt einer Aufgabe und sollte alles nochmal durchdenken oder mir fehlt einfach mal wieder eine Herausforderung.

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Da wir uns ja nicht von Trends abhängig machen möchten sondern reflektiert über die Herangehensweise an unsere Probleme nachdenken:

 

Hier nun die Top 6 des

intelligenten Schwächenmanagements:

 

1. Erkennen und akzeptieren

♦ In erster Linie ist es wichtig dich intensiv mit deinen Schwächen und Stärken zu beschäftigen. Erst wenn du weißt, wo diese liegen, wie sie sich vielleicht auch gegenseitig beeinflussen, kannst du anfangen sie zu managen.

♦ Zunächst die schlechte Nachricht: du wirst definitiv einige Schwächen finden.

Die gute Nachricht: Schwächen machen unsere einzigartige, liebenswerte Persönlichkeit genauso aus, wie unsere Stärken.

Du wirst auch keine zwei Personen finden, die deine Schwächen als gleichermaßen schwach ansehen. Manch einer wird es sympathisch finden, dass du dich von unvorhergesehenen Situationen aus der Ruhe bringen lässt, ein anderer findet es anstrengend.

Genauso wirst du selbst manch eine Schwäche negativer empfinden als eine andere.

♦ Wenn du nicht den Rest deines Lebens damit verbringen möchtest an deinen Schwächen rumzudoktern, fang an, deine Schwächen zu akzeptieren.
Auch wenn du später entscheiden wirst, dass du dringend an einer Schwäche arbeiten möchtest, ist es für deinen Seelenfrieden (oder deine Persönlichkeitsentwicklung) wichtig, dass du dich selbst mit allem drum und dran akzeptierst.

♦ Akzeptieren heißt nicht, mit etwas überglücklich zu sein. Es heißt aber auch nicht, sich ständig darüber zu ärgern.

 

2. Schwächen dürfen Stärken nicht im Weg stehen

Es gibt verschiedene Arten von Schwächen. Bei manchen sollte man sich dringend bemühen sie aus dem Weg zu räumen, oder zumindest abzuschwächen.

♦ Wenn ich einen Rhythmus nicht mitklatschen kann, selbst wenn mir jemand dabei mit dem Taktstock auf den Hintern schlägt, dann bin ich wohl unmusikalisch.
Wenn ich mir nicht gerade als Ziel gesetzt habe Konzertpianist zu werden – who cares?
Dann kümmer ich mich lieber um Dinge, die mir liegen, die ich auch schon beim ersten Mal mit Leichtigkeit bewältige.

♦ Wenn ich mir vor einer Entscheidung eine fünf-Seiten Pro- und Contraliste schreibe, zwei Nächte drüber schlafe, acht Stunden darüber im Internet recherchiere und mit meinen zwei besten Freunden mehrmals telefoniere um mich letztendlich doch für Chili con Carne für meine Geburtstagsparty zu entscheiden – dann, ja dann könnte diese extrem behutsame Herangehensweise an Miniprobleme eine Schwäche sein, die mir im Weg steht.
Wo ich doch sonst meine Zeit so effektiv nutze und wunderbare Partys organisiere.

 

3. Hilfsmittel finden

Ich bin ein unglaublicher Chaot was Ordnung angeht.

Wenn meine Mutter früher die „Ordnung“ in meinem Kinderzimmer bekrittelt hat, habe ich gerne folgendes zitiert: „Nur die Dummen halten Ordnung, das Genie beherrscht das Chaos.“

Bis zu einem gewissen Maß bin ich auch wirklich genial, was die Organisation im Chaos angeht 😉

Als Freiberufler muss ich Termine mit vielen Kunden und Auftraggebern unter einen Hut bringen, Seminare rechtzeitig vorbereiten und aufpassen, dass ich Termine nicht doppelt vergebe.

Auch Genialität hat ihre Grenzen und ich ein Bedürfnis nach alptraumfreier Nachtruhe.

Bevor ich mir jetzt die Lebensaufgabe stelle, ein ordentlicher Mensch zu werden, mache ich mich lieber daran ein Hilfsmittel zu nutzen.

Außerdem mag ich meine Chaoten-Ader und finde, sie macht einen sympathischen Teil meines Charakters aus. Das findet nicht jeder, aber ich schon 🙂

Was mache ich also:
ich trage ganz konsequent alle Termine und Erledigungen in meinen Outlook-Kalender ein.

Warum das bei mir Chaot funktioniert? Lies bei 4. weiter.

4. Mit Stärken überstrahlen

♦ Wenn du deine Stärken und deine (relevanten) Schwächen erkannt hast, kannst du anfangen Beziehungen zu erkennen. Welche Stärke hilft eine Schwäche zu überstrahlen? Welche Schwäche hindert dich deine Stärke voll auszuleben?

♦ Schwächen mit Stärken überstrahlen bedeutet, einfach das, was du gut kannst in den Situationen noch besser zu machen, in denen dir eine Schwäche ein Bein stellt.

♦ Eine meiner Stärken ist, dass wenn ich mir etwas wirklich vornehme, dass ich es dann auch umsetze.

Da ich weiß, wie wichtig meine Termin- und Aufgabenplanung ist, trage ich wirklich alle Termine zeitnah ein (siehe Punkt 3.). Da gibt’s für mich dann auch keine Ausreden a la „mach ich später“ oder „schreib ich hier erstmal auf den eh schon vollgekritzelten Notizzettel“.

Und weil ich weiß, dass ich mich auf mich verlassen kann, wenns drauf ankommt, weiß ich, dass ich mich auf meinen Kalender 100% verlassen kann. Ich muss nicht jedes Mal darüber nachdenken, ob der Termin auch stimmt oder ob da nicht noch was anderes war.

Lässt mich sehr gut schlafen.

♦ Noch ein Beispiel?

Stärke: du schaffst es enge und tiefgründige Beziehungen zu Menschen aufzubauen. Du interessierst dich für sie und das, was sie wirklich beschäftigt.
Schwäche: Beim smalltalken weißt du nie, was du sagen sollst.
Lösung: Dann talke nicht small sondern big und tiefgründig. Hier ein toller Artikel von meinem Bloggerkollegen Patrick.

5. Einen Partner finden

♦ Tim ist wahnsinnig kreativ, hat abgefahrene Ideen und kann sie wunderbar in Grafiken oder Videos umsetzen.

Tim ist selbständig und möchte davon leben, weil es das ist, was er kann und liebt.

Er kann es aber nicht ausstehen Kunden zu akquirieren. Ihnen zu erzählen, was für nen tollen Job er macht. Er fühlt sich dabei wie ein Angeber. Fremde Menschen anzusprechen hat ihm noch nie viel Spaß gemacht. Das nervt ihn und stresst ihn und gute Ergebnisse hat er auch noch nicht erzielt.

Aber Tim hat jetzt einen Geschäftspartner: Niklas.

Als Gott die künstlerischen Talente verteilt hat, saß Niklas gerade mit einem Bier und drei möglichen neuen Kunden an der Himmelsbar. Niklas kann nichts annähernd so gut wie verkaufen und Menschen überzeugen. Er liebt Menschen, er liebt es zu reden und zu argumentieren, er ist begeistert von tollen Produkten. Zum Beispiel denen, die Tim herstellt.

Kurz und knapp: der eine kann nicht zeichnen, der andere kann nicht mit Menschen, aber zusammen sind sie ein unschlagbares Team.

♦ Es muss nicht gleich ein Geschäftspartner sein. Mach dir das Leben auf der Arbeit leichter.

Schau, welche Aufgaben du nicht gern oder gut machst. Es wird immer jemanden geben, der genau diese Art von Arbeit mag.

Tausche Aufgaben, werde glücklich.

6. Schwächeln mit Begeisterung

Erinnern wir uns an die Nonne.
Offensichtliche Schwäche: Mathematik.

Durch die Motivation, ihren Schülern mehr beibringen zu wollen, als das damals ihr Lehrer geschafft hat, hat sie angefangen sich mit ihrer Schwäche zu beschäftigen. Sie wollte Mathe verstehen. Sie wollte sich aktiv damit auseinandersetzen.

So kann ich das nur unterstützen.

Wenn dich irgendetwas so sehr interessiert oder begeistert, dass du sagst, da nimmst du den schweren Weg auf dich, es trotzdem zu erlernen, obwohl es dir eigentlich nicht liegt, dann sag ich: „Super! Hau rein!“

Es geht ausschließlich um die richtige Motivation. Wenn du nur an deinen Schwächen arbeitest, weil du sie noch nicht akzeptiert hast oder weil du gar nicht weißt, dass du mindestens genauso viele Stärken hast, dann ist es der falsche Weg.

Wenn du dich noch viel intensiver mit deinen Stärken und Schwächen auseinandersetzen möchtest, empfehle ich dir meinen eBook-Kurs! Schau ihn dir hier mal an.

Fazit

Nimm dir die Zeit deine Stärken und Schwächen zu erkennen und zu akzeptieren.

Immer nur über deine Schwächen nachzudenken und dich daran aufzuhängen, was du alles nicht oder nur schlecht kannst, führt nur zu einem geschwächten Selbstbewusstsein.

Nutze die richtigen Hilfsmittel und das richtige Mindset.

Nutze deine Stärken richtig.

Und geh mit deinen Schwächen richtig um.

Deine Steffi
Kennst du deine Stärken und Schwächen? Und gehst du bewusst damit um? Lass es mich in den Kommentaren wissen.

 

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Wer steht hinter Welt der Chancen?

Steffi

Hi, ich bin Steffi, 33, Zukunftsoptimist und sehe, dass sich unsere Welt verändert.
Mit offenen Augen und offenem Geist pick ich mir das Beste für mich raus.
Damit du das auch kannst, schreib ich hier über:
Lebensqualität, Persönlichkeit, Individualisierung, neue Lebensmodelle, neue Werte, Digitalisierung, Arbeit 4.0, …
Da ich seit über acht Jahren als Coach im Bereich Persönlichkeitsentwicklung und Karriere arbeite, habe ich außerdem das ein oder andere Tool parat, um dir den Weg etwas leichter zu machen.

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2 Kommentare

  • Hi Steffi,

    ich finde es wirklich sehr interessant wie du über die Schwächen und Stärken schreibst. Ich selbst bin eigentlich auch gerade dabei Pro und Contra Listen zu machen, was ich gut kann und was eher nicht.

    Ich konnte aber raus finden, dass ich gerade durch Dinge die ich getan habe, also viele Ziele die ich umgesetzt habe, wie zum Beispiel meine Homepage (www.travelmagnet.de) dann hätte ich nie heraus gefunden, dass ich gut designen kann, mir der Aufbau einer Homepage extrem viel Spaß macht und ich junge Erwachsene mit meinen Texten erreichen kann. Es lohnt sich also wirklich sich auszuprobieren um zu erkennen in was man gut ist und in was eher nicht so gut.

    Hilft bei der Selbstfindung wirklich sehr! =)

    Ich sehe das übrigens genau wie du, dass man sich nicht zu sehr an den Schwächen aufhängen sollte. Man muss sich darauf fokussieren in was man gut ist.

    Sehr guter Artikel! =)

    • Danke Aline! Das mit dem Ausprobieren ist echt wichtig. Es gibt auch bei mir viele Sachen, bei denen ich gar nicht erwartet hätte, dass sie mir Spaß machen oder ich gut darin bin.
      Also immer schön neue Erfahrungen machen! 🙂
      Lg
      Steffi